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Blind Skateboards

Von Mark Gonzales 1989 gegründet, durch World, Dwindle, Globe und Highline gereicht und 2025 an Pyramid Holdings übertragen — warum Blind Skateboards 2026 weiter verkauft wird, obwohl die kulturelle Präsenz schrumpft.

von Phillip
28. April 2026
14 min Lesezeit
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Blind Skateboards

Blind Skateboards 2026 — Kultmarke, IP-Asset, Restvertrieb

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Blind ist eine der größten Street-Skate-Marken der frühen 1990er und gleichzeitig ein Lehrstück dafür, wie eine Skatemarke ihre Gründer, ihr Team und sogar ihren Mutterkonzern überleben kann. Wer 2026 ein Blind-Deck kauft, kauft kein klassisches Pro-Team-Brand mehr, sondern ein übertragbares Markenpaket aus Logo, Konstruktionen, Heritage-Grafiken und Vertriebsrechten. Dieser Artikel zeichnet den Weg von World Industries 1989 über Globe und Dwindle bis zur aktuellen IP-Holding Pyramid Holdings Global, LLC nach — und erklärt, warum die Marke trotz schrumpfender Eigenpräsenz weiter im Handel steht. Die aktuelle Auswahl an verfügbaren Modellen findest du auf unserer Blind Skateboards Markenseite.

Executive Summary

Kernthese: Marke statt Team

Kurzfassung

  • Gründung: 1989 von Mark Gonzales unter dem Dach von World Industries; kanadisches Markenregister beansprucht Benutzung „since at least“ Oktober 1988.
  • Eigentümerkette: World → Kubic/Dwindle → Globe (2002) → Highline (2019) → Pyramid Holdings Global, LLC (2025).
  • Heutiger Status: Marken- und Patentrechte aktiv, Decks weiter im Verkauf — Kulturpräsenz aber sichtbar geschrumpft.
  • Verkaufstreiber 2026: Markenrechte, fortgeführte Konstruktionen (Resin 7, Super Sap R7, Hybrid), breiter Vertriebsmix aus DTC, Fachhandel, Marketplaces und Reissue-Markt.
  • Kategorisierung: Eher kommerziell verwertete Legacy-Marke als kulturell führendes Team-Brand.

Für wen: Skater und Sammler, die wissen wollen, ob hinter dem Blind-Logo 2026 noch eine Marke oder nur ein Rechtepaket steht.

Deep Dive: Warum 1988 vs. 1989 kein Widerspruch ist

Die kanadische BLIND-Markenakte beansprucht Benutzung „since at least“ 1988-10-01. Der offizielle Blind-Store nennt dagegen 1989 als Gründungsjahr unter Mark Gonzales. Die plausibelste Lesart: 1988 markiert die früheste registerrechtlich behauptete Markenbenutzung — vermutlich erste Präsentationen, Produktdummies oder interne Kommunikation im World-Industries-Umfeld. 1989 markiert den eigentlichen Marktauftritt als Brand. Für die kulturhistorische Einordnung ist 1989 das belastbare Launch-Jahr; die 1988er-Angabe bleibt ein registertechnischer Fußnotenhinweis, kein Widerspruch.

Historische Entwicklung und Eigentümerwechsel

Gründung im World-Universum (1989–1992)

Kurzfassung

  • Mark Gonzales startet Blind 1989 unter dem Dach von World Industries.
  • „Video Days“ (1991) und „Tim and Henry's Pack of Lies“ (1992) machen Blind zu einer der wirkmacht­igsten Street-Skate-Marken der Zeit.
  • Anti-Establishment-Ästhetik unter Steve Rocco prägt das Markenbild bis heute.
Deep Dive: Warum „Video Days“ den Markenmythos festschrieb

Spike Jonze' „Video Days“ (1991) gilt als Wendepunkt im Skate-Video-Genre — weg von rein technischen Trick-Sektionen, hin zu erzählerischer Bildsprache. Mit Mark Gonzales, Jason Lee, Rudy Johnson, Guy Mariano und Jordan Richter entstand eine Team-Identität, die Blind über Jahrzehnte als „Cultural Reference Point“ tragen sollte. „Tim and Henry's Pack of Lies“ (1992) zementierte den Status. Diese kulturelle Verankerung ist der Grund, warum heute Reissues von Grafiken aus dieser Zeit immer noch verkaufsfähig sind — das Brand Equity stammt primär aus diesen drei bis vier Jahren.

Finanzialisierung: Kubic, Dwindle und Globe (1998–2007)

Kurzfassung

  • 1998: Steve Rocco und Frank Messman verkaufen Minderheitsanteil an Swander Pace Capital; Kubic-Holding entsteht.
  • 2002: Globe International übernimmt Kubic/Dwindle inklusive Fertigungsbasis.
  • 2003: Dwindle lässt Decks für Blind, World, Enjoi, Almost und Darkstar in eigener China-Anlage fertigen (Chop Chop Wood Shop, später Douglas Street Manufacturing).
  • 2007: Globe verkauft World Industries, Blind bleibt im Kernportfolio.
Deep Dive: Was Douglas Street Manufacturing industriehistorisch bedeutet

Die Offenlegung 2003, dass Dwindle Decks für fünf Marken in einer eigenen China-Anlage fertigen lässt, war ein industrieller Bruch mit dem „Kanadische-Ahornpresse-und-Mexikanischer-Sieb­druck“-Modell der 90er. Konsistenz, Skalenvorteile und niedrigere Stückkosten ersetzten kleinteilige Werke. Für Blind hatte das zwei Folgen: Die Marke wurde zu einer Einheit auf einem industriellen Plattform-Stack — technisch austauschbar mit Schwester­brands. Und sie wurde wirtschaftlich resilient gegenüber Personal- und Teamwechseln, weil das Produktversprechen nicht mehr von einer einzelnen US-Werkstatt abhing.

Highline-Ära und operative Krise (2019–2024)

Kurzfassung

  • 2019-08-09: Globe verkauft die US-Dwindle-Marken an Highline Industries Corporation — inkl. Marken, Working Capital, Domains, Social Accounts, Personal.
  • 2021er ASX-Report: Gesamtgegenwert ca. 7,11 Mio. AUD; Globe behält Vertriebsrechte für Australien/Neuseeland.
  • 2023: Highline meldet hohe Bestände, Cashflow-Druck und Massenentlassungen im Januar; Produktentwicklung läuft trotzdem weiter.
  • 2024: TJ Rogers wechselt öffentlich zu SK8MAFIA — Erosion des historischen Teammodells wird sichtbar.
Deep Dive: Was Highline 2019 wirklich gekauft hat

Der Verkauf an Highline war kein reiner Markenverkauf, sondern ein Asset-Deal über die gesamte operative Dwindle-Einheit. Die ASX-Unterlagen 2021 listen explizit Marken, Working Capital, Domänen, Social-Media-Accounts und Personal. Damit wechselte nicht nur ein Logo den Eigentümer, sondern eine funktionierende Vertriebs- und Produktionsorganisation. Genau diese Bündelung erklärt, warum Blind nach dem Übergang nicht sofort einbrach: Die Lieferkette, Designressourcen und Händlerbeziehungen waren intakt. Die operative Schwächung kam erst später, als Bestandsdruck und Cashflow-Probleme bei Highline ab 2022/23 sichtbar wurden.

IP-Transfer an Pyramid (2025)

Kurzfassung

  • 2025-09-09: Kanadische BLIND-Marke wechselt von Highline zu Pyramid Holdings Global, LLC.
  • Parallel werden Chomp-/World-Patente zu „Skateboard deck construction“ und „Skateboard deck“ an Pyramid übertragen.
  • USPTO-Assignment-Daten zur BLIND-Registrierung 2101101 bestätigen denselben Inhaberwechsel.
  • Aussage: Nicht nur die Marke, sondern auch technische Schutzrechte sind in eine neue IP-Holding gewandert.
Deep Dive: Warum die Patentübertragung wichtig ist

Eine Marke allein ist begrenzt übertragbar — sie lebt vom Brand Equity. Patente dagegen sind hartes, durchsetzbares technisches IP. Wenn Pyramid 2025 nicht nur das BLIND-Zeichen, sondern auch Deck-Construction-Patente übernimmt, lässt sich das als Signal lesen: Hier wird nicht bloss ein Logo geparkt, sondern ein vollständiges Produkt-Rechtepaket konsolidiert — vermutlich mit der Option, Lizenzfertigung oder Kategorie-Erweiterungen sauber zu strukturieren. Genau diese Entkopplung von „Marke“ und „produzierender Firma“ ist es, was Blind überhaupt erst weiter im Markt hält.

Chronologische Zeitleiste

Kurzfassung

  • Vier große Eigentümer­wechsel in 36 Jahren: World → Globe → Highline → Pyramid.
  • Wirtschaftliche Kontinuität lag in Übertragbarkeit von Marke, Konstruktionen und Vertriebsrechten, nicht in Teamkontinuität.
  • Operative Krisenzeichen ab 2023, Markentransfer 2025 — aber kein offizielles Markenende.
DatumEreignisEinordnung
1988Kanadische Markenakte beansprucht Benutzung seit 1988-10-01.Früheste registerrechtliche Spur.
1989Mark Gonzales gründet Blind unter World Industries.Konsumentenseitig kommuniziertes Gründungsjahr.
1991„Video Days“ erscheint (Spike Jonze).Kanonisches Markenwerk.
1992„Tim and Henry's Pack of Lies“.Festigung in der Skate-Videokultur.
1998Anteilsverkauf an Swander Pace; Kubic-Struktur entsteht.Beginn der Private-Equity-Phase.
2002Globe übernimmt Kubic/Dwindle inkl. Fertigungsbasis.Integration in globale Plattform.
2003Dwindle bestätigt China-Produktion (Chop Chop Wood Shop / DSM).Grösster industrieller Schritt.
2005„What If?“ — erstes grösseres Blind-Video seit einem Jahrzehnt.Reaktivierung des Medienprofils.
2007Globe verkauft World Industries; Blind bleibt Kernlabel.Klares Bekenntnis zu Blind.
2019-08-09Verkauf der US-Dwindle-Marken an Highline.Grösster Eigentümerwechsel seit Globe.
2021Globe behält Dwindle-Vertriebsrechte AU/NZ.Regionale Distribution überlebt Markenverkauf.
2023Highline-Layoffs, Cashflow-Druck, weiter laufende Produktentwicklung.Operative Krise ohne Brand-Ende.
2024TJ Rogers wechselt öffentlich zu SK8MAFIA.Erosion des Teammodells.
2025-09-09BLIND-Marke und Chomp-Patente an Pyramid Holdings Global, LLC.IP-Neuordnung; Marke wird Vermermögenswert.
2026Offizieller Shop und Händler listen weiter neue und Heritage-Decks.Faktischer Gegenwartsbeleg für fortgesetzten Verkauf.

Markenrechte und IP-Kette heute

Blind Skateboards Logo

Markenregister und Patente

Kurzfassung

  • Kanadische BLIND-Marke TMA509336 aktiv bis 2029, aktueller Inhaber: Pyramid Holdings Global, LLC.
  • Eigentümerkette: Skateboard World Industries → Chomp → Highline → Pyramid.
  • USPTO-Registrierung 2101101 (sowie Anmeldung 75118824) zeigt Pyramid als aktuellen Registrant.
  • Patente zu „Skateboard deck construction“ und „Skateboard deck“ ebenfalls bei Pyramid.
Deep Dive: Wie sich IP-Holdings und Markenpflege unterscheiden

Eine reine Markenpflege bedeutet: Eintragung verlängern, Verletzungen abwehren, Lizenznehmer betreuen. Eine IP-Holding wie Pyramid Holdings Global, LLC bündelt typischerweise mehrere ähnliche Assets unter einem Dach — mit dem Ziel, Lizenzgeschäfte effizient zu strukturieren oder Restrukturierungen vorzubereiten. Dass parallel auch technische Patente übertragen wurden, spricht eher für die zweite Variante. Für die Marke heisst das praktisch: Es gibt einen rechtlich verantwortlichen Inhaber, der zur Durchsetzung und Lizenzierung in der Lage ist — aber nicht zwingend einen operativen Hersteller mit eigenem Team und Marketingbudget.

Produktion: Was öffentlich bekannt ist

Historische Klarheit, aktuelle Unschärfe

Kurzfassung

  • Historisch belegt: Dwindle/DSM-Fertigung in China ab ca. 2003 für Blind, World, Enjoi, Almost, Darkstar.
  • Aktuell belegt: Highline-Statement (2023) über Zusammenarbeit mit „our factories“; Umstellung auf Super-Sap-Harze und kompostierbare Verpackung.
  • Aktuell belegt: Konstruktionslinien Resin 7, Super Sap R7, Resin Hybrid weiter im Verkauf.
  • Aktuell nicht belegt: Konkreter Name oder Standort der heute eingesetzten Pressen für Blind 2026.

Für wen: Käufer, die wissen wollen, ob „Made in“ und Konstruktion noch belastbare Aussagen sind.

Deep Dive: Resin 7, Super Sap R7 und Hybrid — was steckt dahinter

Resin 7 bezeichnet 7-Lagen-Hartahorn mit Epoxy-/Resin-Verleimung statt klassischem PVA-Leim. Resultat: weniger Gewicht bei vergleichbarer Festigkeit, längerer Pop. Dwindle hat diese Konstruktion in den 2010ern als Standardlinie etabliert.

Super Sap R7 ist die nachhaltigere Variante: Resin auf Bio-Basis (Entropy Resins „Super Sap“), reduziert die petrochemische Belastung pro Deck. Marketingseitig wichtig, technisch näher am Resin 7.

Resin Hybrid kombiniert Standard-Maple-Lagen mit Birch- oder Furnier-Lagen für ein Price-Point-Deck mit längerer Haltbarkeit als reine Birch-Decks. Das ist die Konstruktion, die du häufig in günstigeren Komplettboards findest.

Alle drei Linien werden 2026 weiter beworben — ein klares Signal, dass Produktion läuft, auch wenn der Pressenstandort nicht öffentlich kommuniziert wird.

Vertriebskanäle: Warum Blind weiter im Markt ist

Drei Kanal-Schichten

Kurzfassung

  • DTC: Offizieller Blind-Shop unter den Terms von Thank You Supply (US-Versand, 30-Tage-Retoure).
  • Fachhandel: skatedeluxe, CCS, Skate Warehouse, Skateshop24 und weitere — Kerngeschäft für Heritage- und Current-Decks.
  • Marketplaces: Amazon, Walmart, eBay — Generalisten und Sammlerbörsen.
  • Regionale Distribution: Globe hält weiterhin Vertriebsrechte AU/NZ über Hardcore Distribution.

Für wen: Händler, Sammler und Käufer, die einschätzen wollen, ob die Marke „tot“ ist.

Deep Dive: Warum verteilte Distribution den Markenwert hält

Eine Marke ist erst dann wirklich tot, wenn niemand sie mehr listet. Das Gegenteil ist der Fall: Selbst wenn das Kernteam gedünnt ist und die Marketing-Kommunikation reduziert wurde, liegen Blind-Decks in Dutzenden Shops weltweit auf Lager — in Deutschland, den USA, Australien und vielen weiteren Märkten. Diese verteilte Lagerhaltung erzeugt eine Präsenz, die unabhängig von kurzfristigen Highline-/Pyramid-Entscheidungen ist. Für den Endkunden ist das gut: Solange Händlerbestände da sind, kann gekauft werden, auch wenn die Marke selbst gerade keinen aktiven Team-Roster pflegt.

Bei Skateshop24 findest du eine kuratierte Auswahl an Blind-Produkten — aktuell vor allem aus der Classic-Reissue-Linie, die das Heritage-Versprechen direkt einlöst.

Aktuelles Sortiment bei Skateshop24

Kurzfassung

  • Schwerpunkt im Lager: Classic-Reissue-Decks (Crazy Horse, Noose, Saber, Venom, Wonderland, OG Logo).
  • Komplettboards in mehreren Größen zwischen 7,25" und 8,50".
  • Konstruktionen: traditionelles Maple und Resin-7-Linien.
  • Preisbereich: günstige Komplettboards bis Premium-Reissue-Decks.
ModellGrösseKonstruktionTyp
Classic Crazy Horse8,25"Maple Resin 7Deck
Classic Noose8,375"Maple Resin 7Deck
Classic Saber8,00"Maple Resin 7Deck
Classic Venom Black8,25"Maple Resin 7Deck
Classic Wonderland Multi8,50"Maple Resin 7Deck
Classic Noosegram Red8,50"Maple Resin 7Deck
Classic Knny Axe White8,25"Maple Resin 7Deck
Classic OG Logo8,50"Maple Resin 7Deck
Komplettboard Classic Noose7,50"KomplettKomplettboard
Komplettboard Classic Saber7,25"KomplettKomplettboard
Komplettboard Classic Switchblades8,50"KomplettKomplettboard
Komplettboard Classic Bust Out Reaper8,25"KomplettKomplettboard
Komplettboard Classic Ransom7,75"KomplettKomplettboard

Sekundärmarkt, Reissues und rechtliche Fragen

Blind Reaper Logo - das ikonische Markenzeichen

Heritage als Geschäftsmodell

Kurzfassung

  • Reissues bekannter 1990er-Grafiken (Danny Way, Tim Gavin, Henry Sanchez, Mark Gonzales) sind aktiv im Verkauf.
  • eBay-Listings für Vintage-Reissues: 300–800 USD.
  • Strategischer Vorteil: Reissues sparen Kosten für neue Team- und Medienzyklen.
  • Marken-Rechtsverteidigung dokumentiert (TTAB-Streitfälle gegen „BLIND PIRATE“, „BLINDSIDE“, „YOU'LL GO BLIND“).
Deep Dive: Wie Reissues kulturelles Kapital monetarisieren

Reissues sind ökonomisch besonders effizient: Eine Grafik, die in den 90ern unter hohem Marketing-Aufwand etabliert wurde, kann heute ohne neuen Aufwand wiederverkauft werden. Der Konsument zahlt für Nostalgie und Seltenheit; die Marke amortisiert ein Investment, das vor 30+ Jahren getätigt wurde. Genau diese Mechanik ist das Fundament der heutigen Blind-Realität. Sie funktioniert allerdings nur, solange der kulturelle Anker — Mark Gonzales, „Video Days“, das Reaper-Logo — noch in der Skateboarding-Diskussion präsent ist. Bei verblassenden Generationen-Erinnerungen würde dieses Geschäftsmodell mittelfristig erodieren.

Deep Dive: Bravo, Highline, Thank You Supply — Restrukturierungssignale

Eine eigene dokumentierte Blind-Insolvenz lässt sich in öffentlichen Primärquellen nicht verifizieren. Im Umfeld gibt es aber deutliche Restrukturierungssignale: Das Stretto-Fallverzeichnis listet Highline Industries Corporation und Bravo Sports ABC LLC. Kanadische Register zeigen 2023 Übertragungen anderer Bravo-Skate-Marken über „Bravo Sports ABC, LLC“ und „Bravo Highline, LLC“. Der offizielle Blind-Shop läuft heute unter den Terms von Thank You Supply. Indirekte Evidenz für finanzielle und strukturelle Turbulenzen im Konzern­umfeld — aber kein sauberer Primärbeleg einer Blind-spezifischen Insolvenz.

Offene Fragen und Grenzen der Recherche

Kurzfassung

  • Fabrikstandort 2026: Öffentlich nicht spezifiziert. Belegt sind Materialien und Konstruktionen, nicht Pressenadressen.
  • Operative Struktur: Highline, Bravo, Thank You Supply und Pyramid sind in Registern und Shops sichtbar, ihre Aufgabenteilung nicht vollständig.
  • Team-Kommunikation: Offizielle Blind-Seite teilweise nicht aktualisiert (TJ Rogers in Blind-Kontext genannt, obwohl 2024 öffentlich zu SK8MAFIA gewechselt).

Fazit

Blind Skateboards wird 2026 weiter verkauft, weil die Marke in 36 Jahren von einer Gründer- und Teammarke in ein belastbares, mehrfach übertragbares Rechtepaket transformiert wurde. Die Kontinuität liegt nicht in Personen, sondern in Registereinträgen, Produktkonstruktionen, Patenten, Händlerbeziehungen und wieder­verwendbaren Kultgrafiken. Diese Infrastruktur hat die Marke durch World, Dwindle, Globe, Highline und Pyramid getragen.

Ökonomisch ist Blind 2026 nicht tot, aber in einer anderen Lebensphase. Offizieller Shop, Fachhandel, Marketplaces und Reissue-Markt schaffen genug Nachfrage, dass Decks unter dem Namen Blind sinnvoll weiter produziert und verkauft werden können. Gleichzeitig sprechen schrumpfende mediale Eigenaktivität, widersprüchliche Team-Signale und sichtbare Umstrukturierungen dafür, dass Blind heute eher als monetarisierbare Legacy-Brand denn als voll vitales Core-Skate-Ökosystem existiert.

Für dich als Käufer heißt das: Ein Blind-Deck ist 2026 ein solides Heritage-Produkt mit nachvollziehbarer Konstruktion und stabilem Vertriebsweg — aber kein Statement für ein aktives Pro-Team. Wenn du die Reaper-Grafik magst, das „Video Days“-Erbe schätzt oder ein günstiges Komplettboard mit Markenname suchst, ist Blind nach wie vor eine sinnvolle Wahl. Wenn du Team-Output und kulturellen Rückenwind suchst, schau dir parallel andere Marken an. Wer einen Blick auf das aktuelle Sortiment werfen will: Blind Skateboards bei Skateshop24.

Häufige Fragen

Gibt es Blind Skateboards 2026 noch?

Ja. Die Marke ist registerrechtlich aktiv (kanadische Marke TMA509336 gültig bis 2029, US-Registrierung 2101101 ebenfalls auf Pyramid Holdings Global, LLC). Decks werden im offiziellen Shop und bei mehreren Fachhändlern weltweit verkauft, darunter Skateshop24, skatedeluxe, CCS und Skate Warehouse. Auch Reissues bekannter 1990er-Grafiken sind weiter im Markt.

Wem gehört Blind Skateboards heute?

Aktueller Inhaber der BLIND-Markenrechte ist seit dem 09.09.2025 Pyramid Holdings Global, LLC. Davor lag die Marke bei Highline Industries Corporation (ab 2019), die sie von Globe International übernommen hatte (Globe-Ära: 2002–2019). Auch zugehörige Patente zur Deck-Konstruktion sind 2025 zu Pyramid gewechselt.

Wer hat Blind Skateboards gegründet?

Mark Gonzales, 1989, unter dem Dach von World Industries (Steve Rocco / Frank Messman). Die kanadische Markenakte beansprucht eine Benutzung „since at least“ Oktober 1988 — das gilt als früheste registerrechtliche Spur, während 1989 als offizieller Marktstart kommuniziert wird.

Wo werden Blind-Decks heute produziert?

Historisch belegt ist die Dwindle-eigene China-Anlage (Chop Chop Wood Shop, später Douglas Street Manufacturing, ab ca. 2003). Für 2026 sind öffentlich keine konkreten Pressenstandorte kommuniziert. Highline bestätigte 2023 lediglich Zusammenarbeit mit „our factories“. Die heutigen Konstruktionen (Resin 7, Super Sap R7, Resin Hybrid) entsprechen den Dwindle-Linien — Produktion läuft also weiter, der Standort ist nicht transparent.

Was ist Resin 7 bei Blind-Decks?

Resin 7 bezeichnet 7-Lagen-Hartahorn-Decks mit Epoxy-/Resin-Verleimung statt klassischem PVA-Leim. Vorteile: leichter, längerer Pop, vergleichbare Festigkeit. Super Sap R7 ist die nachhaltigere Variante mit bio-basierten Resins (Entropy Resins „Super Sap“). Resin Hybrid kombiniert Maple mit Birch-Lagen für günstigere Price-Point-Decks — oft in Komplettboards.

Sind Blind-Reissues echte Vintage-Decks?

Nein. Reissues sind Neuauflagen klassischer 1990er-Grafiken auf modernen Decks (meist Resin 7 oder vergleichbare Konstruktion). Sie verwenden die alte Grafik, aber zeitgemässe Shapes, Concaves und Konstruktionen. Echte Vintage-Decks aus den 90ern sind dagegen Sammlerstücke, oft im Bereich 300–800 USD auf eBay — und meist nicht zum Skaten gedacht.

Lohnt sich der Kauf eines Blind-Decks 2026 noch?

Wenn dir das Heritage-Produkt mit Reaper-Logo, Resin-7-Konstruktion und stabilem Fachhandelsvertrieb reicht: ja. Wenn du Team-Output, aktuelle Pro-Boards und kulturellen Rückenwind willst: schau dir parallel Marken mit aktiverer Team- und Mediennutzung an. Funktional sind Blind-Decks weiterhin solide; markentechnisch sind sie heute eher Legacy als Cutting Edge.

Welches Blind-Deck ist für Anfänger geeignet?

Für Einsteiger sind Komplettboards die einfachste Wahl — Achsen, Rollen und Lager sind bereits montiert. Bei Blind sind aktuell die Classic-Komplettboards (Saber 7,25", Noose 7,50", Ransom 7,75", Bust Out Reaper 8,25", Switchblades 8,50") verfügbar. Kinder ab ca. 8 Jahren wählen 7,25"–7,50", ältere Anfänger und Erwachsene 7,75"–8,25".


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